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Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte der Soldatenkameradschaft Erlangen-Dechsendorf e.V.

Gründungsjahr und beginnender 1. Weltkrieg

Unsere Vereinsgeschichte beginnt im Jahr 1913. Im Gründungsjahr zählte die damalige Gemeinde Großdechsendorf 250 Einwohner. Von diesen gründeten 21 Kameraden den „Krieger- und Soldatenverein Großdechsendorf“. Johann Sendner wurde der 1. Vorsitzende, Andreas Bäßler der 2. Vorsitzende. Anders als viele der „älteren“ Kameradschaftsvereine wurde unser Verein nicht als Resultat der Kriegserlebnisse und Erfahrungen aus dem Deutsch-Französischen-Krieg 1870/71 gegründet. Die genaue Motivation bleibt leider bis heute ungeklärt, Spekulationen darüber erübrigen sich.

Schon ein Jahr später, am 24.05.1914, wurde die erste Vereinsfahne feierlich geweiht. Zu diesem Fest kamen zahlreiche Vereine und Gäste aus dem Seebachgrund. Kurz darauf sollte der 1. Weltkrieg über weite Teile Europas hereinbrechen.

Beginnender 2. Weltkrieg

Der Kamerad Ferdinand Seitz führte den Verein in den Jahren von 1934 bis 1939 als 1. Vorsitzender.

Der dann beginnende 2. Weltkrieg reduzierte zunehmend die Anzahl der aktiven Vereinsmitglieder und ließ das Vereinsleben erlahmen. Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht und der vollständigen Besetzung Deutschlands 1945 durch die Siegermächte kam es zum Verbot aller Soldatenvereine.

Nachkriegsgeschichte

Erst 1952 sollte Ferdinand Seitz die Kameradschaft wieder ins Leben rufen. Doch zuvor galt es noch die Identität des Vereines vor dem Souvenirdrang der Besatzungssoldaten zu bewahren. Dank des Einsatzes von Kamerad und Gründungsmitglied Konrad Mayd konnte die Fahne rechtzeitig versteckt und amerikanischen Blicken entzogen werden.

Wie in allen umliegenden Gemeinden war die Nachkriegszeit vom Wiederaufbau geprägt. Neben den Pflichtterminen, wie der Jahreshauptversammlung, fanden somit kaum Freizeitaktivitäten statt. Erst 1965, mit zweijähriger Verspätung, traute man sich das 50-jährige Jubiläum wieder im feierlichen Rahmen zu begehen. Es folgten nun leider sehr lückenhaft dokumentierte Jahre. Diese wurden aber wohl wieder mit mehreren Vereinsfesten im Dorf und Umland ausgeschmückt.

Die Zeit von 1975 bis 1990

Ab 1975 nahm das Vereinsleben dann endgültig so richtig Fahrt auf. Wieder etwas verspätet wurde Ende Mai das
60-jährige Jubiläum nachgeholt. Im Zuge dieser großen Feierlichkeit wurde auch die neue Fahne mit der Fahnenpatin Gertraud Dürrbeck geweiht. Den Eintritt in den Dachverband „Deutscher Soldaten- und Kameradschaftsbund“ (DKSB) vollzog der Verein mit 55 Mitgliedern. Dank der tatkräftigen Mithilfe von Richard Gräf konnte der neue 1. Vorsitzende Ludwig Kunz diese Zahl schon bald mehr als verdoppeln.

Sicherlich waren die zunehmenden Beitritte junger Bundeswehrreservisten ein Katalysator für zahlreiche gesellige Aktivitäten. Weinfeste, Ausflugsfahrten im In- und Ausland, sowie Faschingsveranstaltungen erweitern das Vereinsleben. Auch die Besuche verschiedener Soldatenfriedhöfe zeigen einen weiteren Schwerpunkt der Vereinsarbeit.

Zehn Jahre später verabschiedet die Jahreshauptversammlung die neue Vereinssatzung nach Georg Wellein. Damit lässt man sich mit dem Zusatz „e.V.“ offiziell in das Vereinsregister beim Amtsgericht Erlangen eintragen.

Bis zum 75-jährigen Jubiläum im Jahr 1988 konnte die Mitgliederzahl sogar auf 147 gesteigert werden. Die Gruppe der Weltkriegsveteranen zählte dabei immer noch beachtliche 53 Kameraden. Die Mehrzahl der Mitglieder wurde aber nunmehr durch 61 Bundeswehrreservisten gestellt.

1991 bis 2012

Ab 1991 war auch erstmals der neugewählte 1. Vorsitzende kein Weltkriegsveteran mehr. Mit Konrad Schickert sen. und Harald Biermann folgten Jahre, die von geselligen Festen und der Annäherung an benachbarte Soldatenkameradschaften geprägt waren. Seit dem Jahr 1996 durften nun auch Frauen dem Verein beitreten. Diesen wurde im Laufe der Jahre eine immer wichtigere Rolle zuteil. So übernehmen sie maßgeblich die Pflege des Ehrenmals, nachdem die städtische Betreuung immer wieder großen Unmut hinterlassen hatte.

Auch an vielen anderen Aktivitäten, wie z.B. Umzügen anlässlich verschiedener Veranstaltungen nehmen sie teil. Nachdem der Kamerad Hans Niggemann bereits 1990 die „alte Fahne“ restaurieren ließ, konnte im Jahr 2003 durch dessen Initiative und Einsatz das Ehrenmal auf dem Kirchhof instand gesetzt werden. Das damit zusammenhängende 90-jährige Jubiläum wurde dann unter dem neuen 1. Vorsitzenden Gerhard Huber gefeiert.

Leider nahm in den Folgejahren die Teilnahme an den gemeinsamen Aktivitäten ab, wodurch auch das Angebot zunehmend zurückgefahren wurde. Man fokussiert sich auf die traditionellen Veranstaltungen und Pflichttermine in der Dorfgemeinschaft, sowie das Vergleichsschießen mit der SK Röttenbach und die Friedenswallfahrt nach
Vierzehnheiligen.

Jubiläumsjahr 2013 bis heute

Im Jahr 2013 gelang es mit der 100-Jahr-Feier einen Bruch in den Vereinsalltag zu bringen. Mit Erfolg wurde ein sehr gefälliges, aber auch aufwendiges Fest geplant und umgesetzt.

Als dann am 04.06.2016 unser damaliger 1. Vorsitzender Gerhard Huber überraschend verstarb, befand sich der Verein in einer kritischen Situation. Doch dank der herausragenden Bereitschaft von Hans Niggemann, konnte die Vereinsführung schon bald wieder besetzt werden. Er führte den Verein damals 6. Monate als 2. Vorsitzender. Die Jahresmitgliederversammlung 2017 wählte ihn zum 1. Vorsitzenden. So wurde ein konstantes kameradschaftliches Vereinsleben sichergestellt, welches erst wieder durch die Coronapandemie ins Stocken geriet. Neben dem Erlahmen sämtlicher Aktivitäten inner- und außerhalb des Vereins führte der Lockdown auch zu einer ungewollten Verlängerung der Amtszeit des 1. Vorsitzenden Hans Niggemann, der sich eigentlich schon im Januar 2021 in den verdienten Ruhestand verabschieden wollte.

Als im Mai 2022 wieder größere Versammlungen möglichen waren, wurden Konrad Schickert jun., zu seinem Nachfolger als 1. Vorsitzender gewählt und Hans Niggemann in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste und Leistungen von der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Heute steht unser Verein gut da. Mit derzeit 106 Mitgliedern sehen wir der Zukunft optimistisch entgegen. So zählen wir aktuell drei aktive Soldaten und fünf ehemalige Wehrdienstpflichtige bzw. freiwillig Wehrdienstleistende. Essenzielle Posten, wie Fahnenträger und Böllerschützen, können so jung und nachhaltig besetzt werden.

Die Soldatenkameradschaft bleibt somit auch weiterhin ein wichtiger Teil der Dechsendorfer Gemeinschaft und wird sich in enger Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen einbringen.